Im Kapitel "Rätsel der frühen Früchte" wird für mich eindrucksvoll belegt, wie auch der DFB (entgegen allen offiziellen Bekundungen) bei der Nachwuchsförderung praktisch nur nach aktueller, physischer Leistungsstärke und Erfolgswahrscheinlichkeit statt Talent i.S.v. Potential auswählt und dass dies letztlich keine Früchte trägt, im Gegenteil kontraproduktiv zu wirken scheint: die frühen Früchte des ersten Quartals jeden Jahrgangs sind in der Förderung krass über-, später in der Herrennationalmannschaft aber eher unterrepräsentiert. Das bedeutet ja wohl, dass der DFB "äußerst" erfolglos arbeiten muss!!! (Und in der Schule sinkt zudem oft das Ergebnis.) Irgendwie ist diese Talentförderung im Ergebnis für Kinder also eher schädlich statt nützlich. Leider zieht weder der DFB noch ein JLZ bisher irgendeine Lehre daraus, macht weiter wie gehabt, da die Trainer das Sagen haben und eigentlich nur auf Siege und Titel aus zu sein scheinen.
Zugleich gibt man sich aber gern Träumen hin, dass man wie aktuell vermutlich Hertha bzgl. Boateng für die eigene so großartige "Ausbildungsförderung" mal Millionen kassiere, da Eltern eben nur zu gern spitzfindige Verträge unterzeichnen, wenn ihr Kind von professionellen Scouts o. Trainer "entdeckt" wird. Der ganze Zirkus ums Talent als goldenes Kalb ist schon absurdes Theater - zulasten der Kinder, die sich nicht wehren können, denen von allen Seiten soviel Stolz und Ehrgeiz eingeimpft wird, dass sie alles wie gewollt klaglos mitmachen! Sollte aber wirklich mal ein Star aus ihnen werden, sind sie schon nicht mehr frei, im Netz all der Professionellen als Cashcow gefangen...
Stephen Korth



Kommentare